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Am ersten Samstag Mittag der Herbstferien 2010 kamen 81 Schüler nach Otterndorf.

Stellt man sich da nun die Frage nach dem Wieso und Warum, so findet man, wenn man diese 81 Schüler fragt, sicher unterschiedlichste Antworten. „Spaß haben“, „nette Menschen kennen lernen“ und „eine nette Ferienfahrt machen“ sind dabei Aussagen, die auf viele Ferienfahrten zutreffen. Ungewöhnlich oder besser außergewöhnlich ist es, dass diese 81 Schüler sich treffen, um sich eine Woche lang mit der Mathematik auseinander zu setzen. Das Ganze heißt dann Mathefahrt und wird im Rahmen der Talentförderung Mathematik durchgeführt. Auf dieser jedes Jahr stattfindenden Fahrt der Talentförderung Mathematik gibt es nicht nur ein volles Programm, sondern auch jede Menge Spaß und Action. Das Programm bestand - wie in vorhergehenden Jahren - aus einem mathematischen und einem nicht-mathematischen Teil. Der mathematische Teil stand unter dem Oberthema Spieltheorie. Dabei wurden den Teilnehmern nicht nur Grundlagen der Spieltheorie vermittelt, sondern dieses Wissen auch gleich an verschiedensten Themen ausprobiert.

Mitgefahren sind SchülerInnen aus allen Regionalgruppen der Talentförderung, also aus Lüneburg, Stade, Rotenburg, Hittfeld, Neu Wulmstorf und den jeweiligen Umgebungen.

Die Themen hatten Bezug zur Mathefahrt, Vorwissen war nicht nötig und half wenig. Dadurch waren die Gruppen durch alle Jahrgangsstufen von Siebtklässlern bis Oberstufe bunt gemischt.

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„Die Themen waren toll. Es waren gut lösbare Probleme mit interessanten Lösungen. Die Aufgaben waren zwar banal, aber so schön, dass man erst einmal darauf kommen musste." - Teilnehmer, 12. Klasse. Auch die jüngeren Schüler waren begeistert: „Das Arbeiten in den Gruppen hat richtig Spaß gemacht. Auch mochte ich die Einteilung in morgens Mathe, nachmittags Freizeitprogramm." - Teilnehmerin, 7. Klasse.
In den Sitzungen wurden unter anderem Gewinnstrategien analysiert. So wurde zum Beispiel das auf der Mathefahrt beliebte Tandemschach genauer unter die Lupe genommen und bei einem anderen Thema wurde um die Kosten der Mathefahrt gezockt. Aber auch das traditionelle Thema "Dame oder Tiger" und "Menschen und Vampire" für die, die das erste Mal auf Mathefahrt sind, durfte nicht fehlen.

Das nicht-mathematische Ausgleichsprogramm bestand aus vielen verschiedenen Aktivitäten, die zum Großteil eine lange Tradition haben. Ein Beispiel hierfür ist der Turnierabend, bei dem Teilnehmer und Betreuer gemeinsam spielen. So gab es nicht nur ein Blitzschachturnier, sondern auch Magic, Munchkin, Set, Skat, Doppelkopf, Activity und Tischfußball.

Auch machten wir - wie üblich - ein Geländespiel, das diesmal zwischen Deich und Nordsee stattfand, und eine Rallye durch die Stadt.

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Ein Highlight auf der Mathefahrt war der Rallyeabend, bei dem sich dieses Jahr sowohl die Teilnehmer als auch die Betreuer besonders viel Mühe gaben.

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„Es war sehr beeindruckend. Unter dem Oberthema "Spiele" sollten die Teilnehmer nach der Rallye einen unterhaltenden Showact aufführen. Wir waren dieses Jahr besonders begeistert von der Vielfalt und dem Einfallsreichtum der Teilnehmer“, so einer der Betreuer. Es wurden zum Beispiel Schachspiele und Quizshows nachgespielt. Es gab viel zu lachen und der Betreuer-Jury fiel es schwer, am Ende eine Rangliste zu erstellen.
Damit die Teilnehmer auch mal aus der Jugendherberge herauskamen und etwas von der Gegend sahen, gab es einen Nachmittag, an dem die verschiedenen Klimazonen des Klimahauses in Bremerhaven durchwandert werden konnten. Hierbei ging es von der Antarktis mit Minusgraden über den feucht-warmen Regenwald bis in die trockene, heiße Steppe. Am Ende war doch das eigene Klima sehr angenehm!

An einem weiteren Nachmittag standen Schwimmen und die Spielscheune, ein Indoorspielplatz, auf dem Programm. Die Teilnehmer konnten sich eines davon aussuchen und sich mal so richtig austoben. Hierbei ist zu erwähnen, dass besonders die Älteren sehr begeistert von der Spielscheune, also von Rutschen und Sandkästen, waren.

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Und um den letzten Abend perfekt zu machen, gab es dann noch das große Tandem-Schach-Turnier und anschließend eine Nachtwanderung. Beim Tandem-Turnier waren alle dabei, es haben insgesamt 37 Mannschaften teilgenommen, die restlichen Teilnehmer und Betreuer haben bei der Organisation geholfen oder zugeguckt. Bei der Siegerehrung wurden dann die drei besten Tandem-Teams und die Zimmer mit den besten Türschildern zum Thema "Spiele" geehrt. Die anschließende Nachtwanderung führte dann in tiefer Dunkelheit durch Wiesen, an einem See und der Nordsee vorbei. Aufregend für manche war auch, dass sich ein Teil der Gruppe auf einmal „verlaufen“ hatte.

Am Abreisetag fand dann noch eine letzte Siegerehrung statt: die des Mörderspiels.

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Dieses Spiel begann und endete mit der Mathefahrt. Innerhalb dieser Zeit musste jeder Teilnehmer einem bestimmten anderen Teilnehmer unbeobachtet einen Gegenstand überreichen, um diesen zu "töten". War er erfolgreich, so war sein neuer Auftrag der des Toten. Zeichneten sich am letzten Tag noch zwei starke Massenmörder aus, von denen viele dachten, dass einer davon gewinnen würde, so wendete sich das Blatt in der letzten Nacht, denn beide starben innerhalb einer Viertelstunde. So war die Bahn frei für neue, bisher weniger aktive Mörder, und am Ende gewann ein Betreuer, der all seine Morde innerhalb der letzten 24 Stunden der Mathefahrt beging. Nach dieser Siegerehrung ging es dann zurück zum Otterndorfer Bahnhof und mit dem Zug nach Hause, wo die Familie schon wartete. Nun konnte der Rest der mathefreien Herbstferien beginnen und wir treffen uns in dieser großen Gruppe alle hoffentlich wieder beim gemeinsamen Sommerfest oder der nächsten Mathefahrt.

Fazit: „Außer, dass es beim Essen teilweise Komplikationen gab (es gab nur so viele Schnitzel wie Teilnehmer, aber das wusste keiner) war eigentlich die gesamte Mathefahrt ein großer Erfolg. Ich bedauere es sehr, dass es meine letzte Fahrt war. Obwohl ich auch schon viele Fahrten hinter mir habe, hat diese sowohl schon lange Praktiziertes als auch tolle neue Elemente, wie das 100-Fragen-Spiel vereinbart und vielen eine unvergessliche Woche Herbstferien bereitet.“ (Teilnehmerin, 13. Klasse).